BVerfG, 2 BvR 902/06 vom 16.6.2009
Rn 77
d) §§ 94 ff. StPO verstoßen auch nicht gegen das Zitiergebot aus Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG. Soweit nach dem Grundgesetz - wie gemäß Art. 10 Abs. 2 Satz 1 GG - ein Grundrecht durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muss zwar das Gesetz nach Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG grundsätzlich das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen. Das Zitiergebot findet aber auf die vor seiner Maßgeblichkeit entstandenen, insbesondere auf vorkonstitutionelle Gesetze und somit auch auf §§ 94 ff. StPO, keine Anwendung (stRspr seit BVerfGE 2, 121 <122 f.>).
BVerfG, 2 BvR 902/06 vom 16.6.2009, Absatz-Nr. (1 – 113), http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20090616_2bvr090206.html

Pingback: Steuern + Grundrechte.blog » Blog Archive » vom Nationalsozialismus über Rechtsstaat klammheimlich zum Richterstaat?
(BVerfGE 8, 210 – Vaterschaft) des Ersten Senats vom 23. Oktober 1958, zum rechtlichen Zustand der StPO:
“1. § 644 ZPO ist nicht vorkonstitutionelles Recht im Sinne der Entscheidung vom 24. Februar 1953 (BVerfGE 2, 124 [128 ff.]) und unterliegt daher der Normenkontrolle durch das Bundesverfassungsgericht nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG.
12
Die Zivilprozeßordnung gilt heute in der Fassung des Gesetzes zur Wiederherstellung der Rechtseinheit auf dem Gebiete der Gerichtsverfassung, der bürgerlichen Rechtspflege, des Strafverfahrens und des Kostenrechts vom 12. September 1950, BGBl. I S. 455 (Vereinheitlichungsgesetz). ”
Quelle: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv008210.html